Ich hasse Schleichwerbung!!!

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Fremde Welten

Fremde Welten, die wie Nagelkissen
sich entfalten; wie die halbzerrissen-alten
Urgestalten; nie und nimmer will ich wissen,
immer das erhalten, was den Schimmer
und Naturgewalten
birgt.

Jenes Alles, lichtentfalten und vernichtend
sieht nicht, spricht nicht, sticht wie Himmelsflammen;
sichtend ohne Sinne, unverwalten;
und nun ruhen unumschlungen, diese Welten
parallel und nicht
zusammen.

2:23 PM - 5.6.2010 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Fuchsspiel/Gänsetanz

Das androgyne Federvieh,
Kein Schnabel zu picken,
Steht kreideweiß vor dem Fuchse,
offen -
im Felde.

Sie schnattern zusammen
ihr einsames Duett;
Der Fuchs die Pfote zum Tanze gereicht:
Die Watscheln unsicher;
Ihr Fliehen: nutzlos!
Das Angebot: Arglist?

Der Fuchs mit der Wahl:
Einsam?
Oder hungrig?

3:50 AM - 20.2.2010 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Jahrzehnterückblick der "Zeit"

"hdgdl: Goethe fasste sich kurz, wenn er schrieb: "Kaumfängt der Tag an in Bewegung zu gehen, so verlangt meine Seele schonwieder nach Dir" . Wir fassen uns kürzer und simsen: hdgdl - "hab dichganz doll lieb".
[...]
Michael Jackson
, der: muss hier stehen.

[...]

Yep: neu für "Ja"."


Yep - kann ich so unterschreiben!

Ein paar schöne Auszüge aus dem Jahrzehntwörterbuch der Zeit. Interessante Form des Rückblicks - gefällt mir!


Quelle: http://www.zeit.de/politik/2009-12/im-wahrsten-sinne?page=1

1:10 PM - 27.12.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Farbbekenntnis

Eine orange Orange
nebst
einer gelben Gelbe;

Die Orange prachtet,
in nachtiger Nacht
noch orange.

Die Gelbe gelb,
doch selbst im alltäglichen Tage
nie deutlich die selbe Gelbe.

Wer würde wohl auch
der Orange
die Gelbe vorziehen?

1:17 AM - 24.12.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Die wahren Leiden des jungen Werther

Kaum begriff der arme Werther,
als die Schnur den Hals erfasst,
dass es nunmehr kaum noch Wert wär
seines Schicksals zu erfliehen;
Da erkannt er Lottens Lächeln!
Trüber ward es, mehr und mehr

Und im allerletzten Ringen,
fährt die Schlinge ihm vom Kropf.
"Weh, von all den Himmelsdingen
wollt ich mich um dich nur mühen!"
Nun - mit schwer verstaubten Hecheln -
wird erneut das Herz ihm schwer!

Die, die er zur Rettung glaubte,
die ihm einst das Herz schon raubte,
raubt es ihm gleich einmal mehr!
Dann erwacht der Tor vom Traume
Keiner war in diesem Raume!
Nur ein Bild, auf dem sie lacht.

"Weh dir Herz! Sollst von mir scheiden!
Will nicht länger durch dich leiden!"
Und sein Messer teilt die Brust.
Hin zum Herzen, ohne Hadern,
Reißt es ab von allen Adern;
So hat er sich umgebracht!

12:54 PM - 8.11.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Marsch

Von der hellgrünsten Wiese ins Stahllabyrinth
voller Laschen und Maschen und Drähten,
geht so mancher im Strome, elektrisch und blind,
eher schnell, um sich nicht zu verspäten

zu dem Treffen, das nachtens, denn dann ist hier Tag,
so gelegt, wenn die Zeiger sich einen;
und ein jeder der geht oder eher nicht mag,
dem steht frei stets sein "nein" zu verneinen.

Und wo stünde man nun, oder läge vielmehr,
wenn man nicht so wie all diese andern,
so im Tanze sich dreht und vorallem einher
es nicht wagt in den Irrweg zu wandern?

1:12 AM - 21.10.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

So

bekommt es mindestens keiner mit;
auch Du nicht - Leider!

In meinem Loch ist eigentlich noch Platz für jemanden,
nur sieht es eben keiner.
Und es ist wohl keine Frage des Alters mehr, aber
die Nachricht, die ich Dir zugeworfen habe;
hast Du sie gelesen?

Ja!
Das war das aufgeregte Zittern meiner Finger auf dem Tisch,
das da so klopft!
Hast du mir etwa gerade einen Blick geschenkt?

Ach, bitte sag mir noch ohne Worte,
ohne das Rattern des Kastens
und nach der Vorstellung:
Was macht Perplexität bloß aus Männern?
Und wie viel Schweigen ist eigentlich ein "Hallo"?

12:51 AM - 8.10.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Gefunden

Ich bin gerade dabei, meine alten Schulsachen auszumisten und stoße alle 30 Sekunden auf Sachen, die ich interessant finde, weil ich mich gar nicht daran erinnern kann!
Eine Sache möchte ich gerne in Erinnerung behalten, weil ich den Zettel lieber wegschmeißen würde. Aber da steht etwas, was ich witzig finde:

"Eine Seuche überwindet nur jener,
der sich mit ihr infiziert;
alle Unbetroffenen
hatten lediglich Glück!"

So habe ich also mal gedacht.. auch wenn ich das irgendwie überzeugen finde...
Aha!

12:08 AM - 5.10.2009 - Kommentare {2} - Schreibe einen Kommentar

Warten

Warten ist etwas, das der Mensch ganz besonders gerne tut. Denn solang das erwartete Ereignis noch nicht eingetroffen ist, hat er die wohltuende Versicherung etwas überaus wichtiges und vorallem einnehmendes zu tun - nämlich zu warten!

Aufgrund dieser Tatsache fällt es dem Menschen allzu leicht, auch über Jahre die gleiche Tätigkeit auszuführen. Er muss, abgesehen vom automatischen Vorgang seines Ablebens, nichts tun um etwas zu ändern - schließlich ist er ja bereits schwer damit beschäftigt auf Veränderung zu warten.

12:06 PM - 21.9.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Men at work: Ursuppe Layout


...hier wurde gestern nämlich gearbeitet! Und zwar hart!

Von 20 bis 3 Uhr saßen ein guter Freund und ich an unseren Laptops, haben mit dem Spore-Editor lustige Zellen gebaut und uns den ganzen Abend nur amüsiert! Als wir dann fertig waren kam schon die nächste, schwere Aufgabe auf uns zu: Wir mussten uns daran machen, selbst ein Brettspiel zu konstruieren! Es sollte um ein verrücktes Labor gehen und lustige Substanzen, von denen man unabsehbare Mutationen bekommt. Wer bitte ist noch nicht überzeugt davon, dass das Spiel des Jahres 2015 wird? ;)


Die lustige Artwork, ein Kerl mit Leopardenschwanz, mega-langem Ohr, einem Schnabel als Mund und Riesenkrallen an den Händen, ist leider abhanden gekommen. Für alle Ursuppenspieler, die zufällig auch gerade meinen Blog lesen sollten kann ich allerdings ein besonderes Gimmik anbieten:


Das ist die Printversion der Ursuppen-Artwork, weil uns die langweiligen Spielsteine einfach... gelangweilt haben. Die Blutmarker können dann als Schaden verwendet werden, weil die runden Kügelchen auf den Papp-Kreaturen andauernd entwischen würden.


Viel Spass damit!

12:16 PM - 16.8.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Fehlsaat

Das Feld der Karotten, acht Meter mal acht,

Ach, wie herzlich ist es zu betrachten,

Denn es wurde gerad' und mit Maßstab gemacht,

Als die Menschen es maßstäblich machten.


Und es rankt nun das grüne Karottengeblätt,

Aus der mediteranischsten Erde;

Aber irgendwo stört ein Karottenflorett,

Und erzeugt beim Betrachter Beschwerde.


Dieses eine, es wurde glatt falschrum gesäht

War der Meinung es wachse und wachse,

Obgleich jeder der and'ren im Erdreich vergeht,

Auf der horizontal falschen Achse.


Und es grub sich so fleißig ins Erdenreich ein,

Es wurd niemals als Mahlzeit gepflückt,

Und so gräbt es noch fleißig, ganz einsam allein,

Wo man and're schon isst und zerstückt.

11:37 PM - 28.7.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Sturmsucht

Ach, mich plagt voll süßer Wonne,

Eine Macht, wirr und bewegt,

Die fernab von Mond und Sonne

Löcher in mein Seelhaus schlägt.


Dieser Wind, der Blatt mit Baume

Tausend Kilometer trägt,

Hat im Durchflug mir im Traume,

Einen Zweig zu Fuß gelegt.


Folglich ging ich auf die Suche,

Jahre, die kein Uhrwerk zählt;

Keine Eiche, keine Buche,

Der solch seltsam Ästlein fehlt.


Immer, wenn ich fortan wander,

Immer, wenn der Sturm sich zeigt

Rat ich mit ihm aneinander:

„Welcher Stamm trug solchen Zweig?“

5:43 PM - 27.5.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Ich wagte mich, meine Liebe zu öffnen.

Zunächst kratzte ich die wenige Wochen starke, äußere Schicht ab,

ein buntes, festlackiertes Gebilde.

Dann zerbog ich die Schutzplatten, um ins Innere zu gelangen.

Ich blickte hinein,

im Taschenlampenschein entdeckte ich

ein Wirrwarr, das ungesehen

aus Angst, alle Geheimnisse offenbarte.


In der stinkenden Schlacke tauchten Pralinen auf,

herzförmige Schilder mit Namen und Verkabelungen,

ein modriges altes Lattenrost mit Flecken,

rostverschlungene Zahnräder und Metalnieten.


Ich entleerte die Liebe und erblickteauf dem Tisch

meine Trauer.

Ich erkannte den Fehler: Wackelkontakt.

Aber ich würde nirgendwo anrufen,

um eine neue zu

bestellen.


Ich blickte zurück in die hohle Form,

sah das zentrale Ding, das Mysterium.

Es war unter den vielen Kabeln, die alles miteinander verbanden,

nicht zu erkennen.


An diesem Tag wagte ich es,

meine Liebe zu öffnen -

jetzt weiß ich, wie sie aussieht,

jetzt verstehe ich,

jetzt kann sie weg.

1:58 PM - 1.5.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Vater unser

Ich unterhielt mich erneut über Gott, insbesondere über das "Vater unser" und bin erst jetzt auf etwas gestoßen, was mir vorher sinnreicher erschien, nämlich die "Versuchung", die durchaus nominell eher negativ besetzt ist.

Meine Interpretation:

(...) Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns von allem, was uns zu leben wünschen lässt,
Mache uns blind und taub und verkümmere unsere Haut in Gänze,
Bis der frohe Tod uns dahinrafft.
Amen.

Wenn alles, was den Menschen Freude macht, eine Versuchung wäre, und das ist es oftmals mit Sicherheit im Sinne der Bibel, dann müsster die Christen, die diese Zeilen ernsthaft beten, "Gott" tatsächlich darum bitten sie ihrer Sinne zu entledigen.
Es wird also ernsthaft darum gebeten, dass "Gott" einen Fleischklumpen aus dem Gläubigen macht - ein Beweis dafür, dass Gott nicht existiert, weil er es nicht tut? Oder ist er einfach ungnädig?...

Es ist interessant, wie Religionen, trotz tausender Löcher, immernoch Hardliner hervorbringen, die keine Metaphorik akzeptieren - merkwürdiger Weise scheint es selbst dann niemanden zu interessieren, wenn man sie bereits auf diese Löcher hingewiesen hat.

9:05 PM - 26.2.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Im Saal

Dort am Eingang steht die Dame,
Und ihr Blick verfolgt mich schwer,
Spricht von Glück, als ich erlahme,
Und kein Fuß bewegt sich mehr.

Vor mir, in der Ferne, sitzen
Männer, die wie Tiere sind,
Die vor Händeschütteln schwitzen,
Wenn ein Ritual beginnt.

Einsam steh ich in den Massen,
Die auf dem Parkett verteilt,
Wurde plötzlich losgelassen,
Als der Strom zur Fläche eilt.

Unlängst sehe ich mich tanzen,
Tanze mit den Fratzen mit,
In perversen Teufelskreisen,
Und mit zielverlor'nem Schritt

3:08 AM - 21.2.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

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Beschreibung
Habe nun, ach! Misanthropie,/ Barbarentum und Glycerin,/ Und leider auch Euthanasie/ Durchaus genutzt, mit heißem Bemühn./ Da steh ich nun, ich armer Tor,/ Und bin so lieb, als wie zuvor!

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