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Anti-Blog
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Winter-Exil

Eines frühen Herbstmorgens,
in klirrend-goldenen Mantel gehüllt,
verkündeten alle die Vögel gleichsam im strahlenden Singsang,
was ihnen auf den Herzen lag:

"Alsbald werden manche von uns wandern,
die Bleibenden werden frieren
und manchen werden die Jäger auf's Korn nehmen",
so stimmten sie ihr vermeintlich klagendes Lied ein.
"Aber wir sehen bereits dem Frühling entgegen,
der die Wiesen und Wälder grünen lässt,
die wir unsere Heimat nennen!"

An diesem frühen Herbstmorgen,
in klirrend-goldenden Mantel gehüllt,
verließen uns die Vögel
und es begrüßte uns bereits der Winter.

11:21 PM - 19.12.2011 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Ohne Titel

Der Morgen verspricht
Jene Blüten des Tages
Grell einem jeden
Der Morgen verspricht den Tag
Auch allen Wesen der Nacht

11:49 PM - 8.7.2011 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Ode eines Ozeans

Wieder und wieder erreich' ich Dich nicht,

Dabei greif ich mit tausenden Händen;

Wieder und wieder prallt all mein Gewicht

Von den unliebsam steinernden Wänden;

Wieder und wieder treibt mich die Gezeit,

Um mich ferner von Dir zu entsenden;

Wieder und wieder lauf' ich meilenweit,

Nur um Dir mich erneut zuzuwenden;

Wieder und wieder nun bin ich gericht'

So an Dir meine Kraft zu verschwenden;

Wieder und wieder erreich' ich Dich nicht,

So begann ich und werde ich enden.

1:29 AM - 17.5.2011 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Über die Haptik des Niedagewesenen und existente Nichtfühlbarkeit

War da nicht 'mal dieses eine
Kleine Etwas, das so strahlte?
Und wer hat es noch, das seine
Ding der Niegewesenheiten,
Artefakt nach vorn zu blicken?

War da nicht einmal das Große,
Das da eigentlich nie war?
Jener metatranszendenter
Wegbestimmer, Motorgeber -
War das bloße Spinnerei?

War es nicht einmal so warm,
und kalt, wenn es nicht warm gewesen?

Heut kühlt nurnoch die Nicht-ganz-Wärme,
Lauwarm umspielt vom Nicht-ganz-Kalt,
Und irgendwo dazwischen,
Irgendwo im Nicht-ganz-Wirklichkeit
Wird man alt.

2:00 AM - 13.4.2011 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Wunsch und Furcht

Wie das wohl ist: Zu leben?
Fragt sich einer, der im Dunkeln alleine ins erleuchtete Fenster eines familienbewohnten Hauses blickt.

Wie das wohl ist: Schon längst tot zu sein?
Fragt sich ein anderer, der einsam in der milden Nacht durch das beklemmende Glas schaut

und eigentlich so ist wie der erste.

10:03 AM - 11.4.2011 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Kleine Reimkomposition

Lang ist es her, aber das entstammt frisch der Feder:

Vielleicht liegt ein Sinn darin,

bleib Sucher ich, ohn Finderin,
und alle die Helenen oder
Nofreteten ungebeten..

Denn all die Orte - wo den
späten Stunden zugestanden
wurde, dass sie einen Sinn gefunden,
den sie freilich nicht alleine ~
sondern im Duett, ich meine
hin zu Nächten, allerspäten,
ohne dass wie Blei sich
ihre Lider, in den Betten,
niederwehten, sondern offen,
sie den Schlaf gebeten hätten
aus dem Raume auszutreten ~
so verspüret hätten -
sind und bleiben ungefunden.

2:38 AM - 7.11.2010 - Kommentare {3} - Schreibe einen Kommentar

Fremde Welten

Fremde Welten, die wie Nagelkissen
sich entfalten; wie die halbzerrissen-alten
Urgestalten; nie und nimmer will ich wissen,
immer das erhalten, was den Schimmer
und Naturgewalten
birgt.

Jenes Alles, lichtentfalten und vernichtend
sieht nicht, spricht nicht, sticht wie Himmelsflammen;
sichtend ohne Sinne, unverwalten;
und nun ruhen unumschlungen, diese Welten
parallel und nicht
zusammen.

2:23 PM - 5.6.2010 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Fuchsspiel/Gänsetanz

Das androgyne Federvieh,
Keinen Schnabel zu picken,
Steht kreideweiß vor dem Fuchse,
offen -
im Felde.

Sie schnattern zusammen
ihr einsames Duett;
Der Fuchs die Pfote zum Tanze gereicht:
Die Watscheln unsicher;
Ihr Fliehen: nutzlos!
Das Angebot: Arglist?

Der Fuchs mit der Wahl:
Einsam?
Oder hungrig?

3:50 AM - 20.2.2010 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Jahrzehnterückblick der "Zeit"

"hdgdl: Goethe fasste sich kurz, wenn er schrieb: "Kaumfängt der Tag an in Bewegung zu gehen, so verlangt meine Seele schonwieder nach Dir" . Wir fassen uns kürzer und simsen: hdgdl - "hab dichganz doll lieb".
[...]
Michael Jackson
, der: muss hier stehen.

[...]

Yep: neu für "Ja"."


Yep - kann ich so unterschreiben!

Ein paar schöne Auszüge aus dem Jahrzehntwörterbuch der Zeit. Interessante Form des Rückblicks - gefällt mir!


Quelle: http://www.zeit.de/politik/2009-12/im-wahrsten-sinne?page=1

1:10 PM - 27.12.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Farbbekenntnis

Eine orange Orange
nebst
einer gelben Gelbe;

Die Orange prachtet,
in nachtiger Nacht
noch orange.

Die Gelbe gelb,
doch selbst im alltäglichen Tage
nie deutlich die selbe Gelbe.

Wer würde wohl auch
der Orange
die Gelbe vorziehen?

1:17 AM - 24.12.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Die wahren Leiden des jungen Werther

Kaum begriff der arme Werther,
als die Schnur den Hals erfasst,
dass es nunmehr kaum noch Wert wär
seines Schicksals zu erfliehen;
Da erkannt er Lottens Lächeln!
Trüber ward es, mehr und mehr

Und im allerletzten Ringen,
fährt die Schlinge ihm vom Kropf.
"Weh, von all den Himmelsdingen
wollt ich mich um dich nur mühen!"
Nun - mit schwer verstaubtem Hecheln -
wird erneut das Herz ihm schwer!

Die, die er zur Rettung glaubte,
die ihm einst das Herz schon raubte,
raubt es ihm gleich einmal mehr!
Dann erwacht der Tor vom Traume
Keiner war in diesem Raume!
Nur ein Bild, auf dem sie lacht.

"Weh dir Herz! Sollst von mir scheiden!
Will nicht länger durch dich leiden!"
Und sein Messer teilt die Brust.
Hin zum Herzen, ohne Hadern,
Reißt es ab von allen Adern;
So hat er sich umgebracht!

12:54 PM - 8.11.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

Marsch

Von der hellgrünsten Wiese ins Stahllabyrinth
voller Laschen und Maschen und Drähten,
geht so mancher im Strome, elektrisch und blind,
eher schnell, um sich nicht zu verspäten

zu dem Treffen, das nachtens, denn dann ist hier Tag,
so gelegt, wenn die Zeiger sich einen;
und ein jeder der geht oder eher nicht mag,
dem steht frei stets sein "nein" zu verneinen.

Und wo stünde man nun, oder läge vielmehr,
wenn man nicht so wie all diese andern,
so im Tanze sich dreht und vorallem einher
es nicht wagt in den Irrweg zu wandern?

1:12 AM - 21.10.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

So

bekommt es mindestens keiner mit;
auch Du nicht - Leider!

In meinem Loch ist eigentlich noch Platz für jemanden,
nur sieht es eben keiner.
Und es ist wohl keine Frage des Alters mehr, aber
die Nachricht, die ich Dir zugeworfen habe;
hast Du sie gelesen?

Ja!
Das war das aufgeregte Zittern meiner Finger auf dem Tisch,
das da so klopft!
Hast du mir etwa gerade einen Blick geschenkt?

Ach, bitte sag mir noch ohne Worte,
ohne das Rattern des Kastens
und nach der Vorstellung:
Was macht Perplexität bloß aus Männern?
Und wie viel Schweigen ist eigentlich ein "Hallo"?

12:51 AM - 8.10.2009 - Kommentare {0} - Schreibe einen Kommentar

Gefunden

Ich bin gerade dabei, meine alten Schulsachen auszumisten und stoße alle 30 Sekunden auf Sachen, die ich interessant finde, weil ich mich gar nicht daran erinnern kann!
Eine Sache möchte ich gerne in Erinnerung behalten, weil ich den Zettel lieber wegschmeißen würde. Aber da steht etwas, was ich witzig finde:

"Eine Seuche überwindet nur jener,
der sich mit ihr infiziert;
alle Unbetroffenen
hatten lediglich Glück!"

So habe ich also mal gedacht.. auch wenn ich das irgendwie überzeugen finde...
Aha!

12:08 AM - 5.10.2009 - Kommentare {2} - Schreibe einen Kommentar

Warten

Warten ist etwas, das der Mensch ganz besonders gerne tut. Denn solang das erwartete Ereignis noch nicht eingetroffen ist, hat er die wohltuende Versicherung etwas überaus wichtiges und vorallem einnehmendes zu tun - nämlich zu warten!

Aufgrund dieser Tatsache fällt es dem Menschen allzu leicht, auch über Jahre die gleiche Tätigkeit auszuführen. Er muss, abgesehen vom automatischen Vorgang seines Ablebens, nichts tun um etwas zu ändern - schließlich ist er ja bereits schwer damit beschäftigt auf Veränderung zu warten.

12:06 PM - 21.9.2009 - Kommentare {1} - Schreibe einen Kommentar

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Beschreibung
Habe nun, ach! Misanthropie,/ Barbarentum und Glycerin,/ Und leider auch Euthanasie/ Durchaus genutzt, mit heißem Bemühn./ Da steh ich nun, ich armer Tor,/ Und bin so lieb, als wie zuvor!

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